12. Schweizer Kunst-Supermarkt in Solothurn,
vom 10. November 2010 bis 6. Januar 2012

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 14–20 Uhr / Samstag, Sonntag, Feiertage: 11–17 Uhr
25. Dezember und 1. Januar geschlossen

Eröffnung und Vernissage: 10. November, 18 Uhr

Solothurner Zeitung vom 22. November 2003

«Jahrmarktstimmung»

«McKunst» hat wieder die Tore geöffnet und im altehrwürdigen Palais Besenval, das einmal das stolze Schaufenster der kantonalen Kulturvermittlung war, herrscht wieder Jahrmarktstimmung und Schnäppchen-jagd. Und Herr Meier wundert sich immer noch, dass keine einheimischen professionellen Künstler-/innen an diesem herabwürdigenden Spektakel teilnehmen. Als unlauterer Wettbewerb würde ein solches Vorgehen in anderen Branchen bezeichnet werden, wenn z.B. ein ausländischer Autoverkäufer seine Autos einmal im Jahr für 999 Franken anbieten würde. Kein ortsansässiger Unternehmer könnte sich das leisten, denn dann würde er seine Produkte während des restlichen Jahres nicht mehr zum Normalpreis verkaufen können. Und der «normale» Preis für ein wirkliches Kunstwerk lässt sich nun einmal nicht auf den reinen Materialwert reduzieren, denn dann wird die künstlerische Arbeit nicht mehr wertgeschätzt. Zudem dürfte der Zwang zur Massenproduktion von Kunst in den meisten Fällen ihrer Qualität nicht gerade dienlich sein. Aber der/die potenzielle Kunde/Kundin im Supermarkt ist ja wohl auch eher jemand, der einen roten Fleck an der Wand über dem blauen Sofa sucht und nicht jemand, der sich die Frage stellt, warum russische oder auch deutsche Künstler-/innen es nötig haben, in der Schweiz Preisdumping zu betreiben.

Bei den Künstler-/innen der visarte.solothurn, dem Berufsverband der visuellen Künstler-/innen, die im momentan ausgetrockneten Kunstmarkt einen schweren Stand haben und entgegen weitläufigen Spekulationen, mit ihrer Arbeit nicht das grosse Geld verdienen, herrscht vor allem Mitleid mit ihren ausgebeuteten Künstlerkolleg-/innen, denen es offensichtlich so schlecht gehen muss, dass sie sich dermassen unter ihrem Wert verkaufen müssen.

Martin Rohde, Präsident visarte.solothurn