12. Schweizer Kunst-Supermarkt in Solothurn,
vom 10. November 2010 bis 6. Januar 2012

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 14–20 Uhr / Samstag, Sonntag, Feiertage: 11–17 Uhr
25. Dezember und 1. Januar geschlossen

Eröffnung und Vernissage: 10. November, 18 Uhr

Solothurner Zeitung vom 21. November 2002

3. Kunst-Supermarkt: 3500 Bilder, aber auch eine Prise Skepsis
Wie fest sitzt der Franken?

Heute Abend fegt wohl wieder ein “Bildersturm” durchs Palais Besenval: Der 3. Kunst-Supermarkt wird eröffnet. 3500 Bilder von 67 Künstlern stehen zur Auswahl – ob sie so gefragt sind wie in den ersten zwei Jahren, hängt für Organisator Peter-Lukas Meier auch von der aktuellen Konsumentenstimmung ab.

Viele fühlten sich auserwählt, doch nur ein Viertel der 250 Kunstschaffenden wurde ins Palais Besenval berufen - nämlich ganze 67. “Sie wurden von mir zusammen mit dem deutschen Kunsthistoriker Mario Teres ausgewählt - meistens leuchteten mir seine Argumente für eine Berücksichtigung ein”, zeigt Organisator Peter-Lukas Meier das Auswahlprozedere für den 3. Kunst-Supermarkt auf. Die wenigsten seien zum dritten Mal ensuite dabei, “etwa die Hälfte stammt aus Deutschland, doch haben wir unter den Schweizern auch bekannte Namen aus der Region – so Olivio Travaglini aus Büren oder die Balsthalerin Judith Sauthier.” Nein, konkrete Bemühungen um mehr Resonanz bei der regionalen Kunstszene habe man nicht unternommen, “aber wir haben ein freundliches Einvernehmen mit ihr”, tönt Meier ein Reizthema an, das vor zwei Jahren Solothurn bewegt hatte. Gleich geblieben sind die Preiskategorien von 99,199,399 und 599 Franken – “doch haben die Künstler wesentlich aufwändigere Werke geliefert als noch vor zwei Jahren”, betont Meier, der auch die meisten Teilnehmer in ihren Ateliers besucht hat. 40 Bilder im Minimum muss ein Künstler jeweils beisteuern, von jedem verkauften Werk erhält er 50 Prozent. “In einer Galerie sind es zwar durchschnittlich 65 Prozent, doch muss der Künstler zusätzlich den Katalog mit finanzieren und einige Bilder dem Galeristen gratis abtreten”, macht Meier eine Rechnung auf, die sich für die Kunstschaffenden in etwa aufhebe.

Weiterhin auf Erfolgspfaden?
1500 Bilder wurden letztes Jahr in sieben Wochen verkauft, 25 000 (geschätzte) Besucher, davon allerdings nur ein Viertel aus der Region Solothurn, besuchten das Palais. “Wir machen 400 000 Franken Umsatz, doch wenn wir die Werbung und Löhne effektiv rechnen, beträgt das Budget eine halbe Million” – Peter-Lukas Meier weiss, dass der Kunst-Supermarkt quasi zum Erfolg verdammt ist. “Wir sind auf nationale Resonanz angewiesen, von der regionalen Käuferschicht könnten wir nicht leben”, ist sich Meier bewusst. Doch eine gewisse Portion Skepsis beschleicht auch ihn angesichts der gegenwärtigen Konsumentenstimmung: “Wir wissen nicht, wie fest heuer der Franken sitzt...“

Letztmals im Palais Besenval?
Nicht nur die Publikumsresonanz entscheidet, ob der 4. Kunst-Supermarkt 2003 stattfindet - auch die Standortfrage stellt sich erneut. Denn sollte das Projekt “Seminarmeile” weiter gedeihen, wird nächstes Jahr das Palais Besenval nicht mehr zur Verfügung stehen - weil es zum Seminarzentrum umgebaut wird. “Ich habe es dennoch reserviert, hat es doch ursprünglich geheissen, es sei schon dieses Jahr nicht mehr zu haben”, erklärt Peter-Lukas Meier. “Und sonst werden wir uns im Sommer kurzfristig nach einem neuen Standort umsehen -eigentlich müsste der Kunst-Supermarkt nicht in einem Palast stattfinden.” Die Option Reithalle steht wegen des Mietpreises (15 000 Franken im Monat) nicht mehr im Vordergrund - im Vergleich kosten nämlich die sieben Wochen im Palais bei einem “Spezialpreis” von 8000 Franken wesentlich weniger. “Wir hoffen, dass uns die Stadt aktiv bei einer Standortsuche unterstützt – primär geht es uns nämlich gar nicht um Geld”, so Meier – ein einfacherer Raum täte es schon nur, um jegliche Schwellenangst zu vermeiden.

Vernissage: Heute um 18 Uhr. Bis 11. Januar geöffnet vom Montag bis Freitag jeweils 14 bis 20 Uhr; Samstags von 9 bis 17 Uhr, Sonntags von 11 bis 17 Uhr.