12. Schweizer Kunst-Supermarkt in Solothurn,
vom 10. November 2010 bis 6. Januar 2012

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 14–20 Uhr / Samstag, Sonntag, Feiertage: 11–17 Uhr
25. Dezember und 1. Januar geschlossen

Eröffnung und Vernissage: 10. November, 18 Uhr

Solothurner Zeitung vom 16. November 2001

Warum im Kunst-Supermarkt ein Bild kaufen?
Palais Besenval: Zum zweiten Mal «stürmten» Kunstfreaks aus der ganzen Schweiz Solothurn

Fränzi Rütti-Saner

Peter-Lukas Meier war schon kurz vor der Eröffnung seines zweiten Kunst-Supermarktes gestern Abend leicht geschafft. Schon den ganzen Tag habe er Medienleuten Auskunft über seinen zweiten Kunst-Supermarkt geben müssen, der diesmal in den «heiligen Hallen» des Palais Besenval stattfinden kann. «Findet denn hier gar ein Ausverkauf von Kunst statt?», sei er gefragt worden, berichtet er ein wenig ausser Atem und lacht dazu. Und gleich gibt er auch die Antwort darauf: «Selbstverständlich nicht. Der Kunst-Supermarkt ist einfach eine andere, die moderne Variante des Kunstverkaufens. Kunst sei schliesslich schon immer verkauft worden, auch im Mittelalter.

Kunst wurde früher und wird heute noch meist in ganz anderer Ambiance verkauft. In einer Galerie, in der man sich die Kunst in Ruhe anschaut, vielleicht sogar mit dem anwesenden Künstler über seine Arbeit sprechen kann. Oder gar dort wo die Kunst entsteht, in seinem Atelier. Kunst kauft man, weil einem ein Bild anspricht, weil man den Künstler kennt und schätzt, weil man Freude an seiner Gedankenwelt und seinem Handwerk hat und sich jeden Tag an seinem Werk erfreuen und sich begeistern lassen will. Kunst ist etwas sehr Persönliches, etwas, das von der Begegnung lebt. Der Preis ist zweitrangig.

Gedanken über die ausgestellten Werke waren gestern an der Vernissage des Kunst-Supermarktes schwer zu fassen. Der Rummel war viel zu gross. Die Motivation der Besucher also, sich hier ein Bild zu kaufen, muss eine andere sein. Die Suche nach dem Schnäppchen etwa? Der günstige Preis? Es gibt Werke, die mehr ansprechen, andere weniger. Das Angebot vielfaltig, die Qualität gut. Wie im Supermarkt eben. «Ich bin heute schon da, weil ich eine grosse Auswahl haben wollte», sagte ein Besucher, der sich gerade zwei Bilder ausgesucht hatte. Das letzte Mal sei er zu spät gekommen. Jetzt habe er alles durchgesehen können. Eine Dame hat ein Weihnachtsgeschenk gefunden und jemand anderer findet, seine leere Wohnzimmerwand müsse jetzt endlich mit einem Originalbild geschmückt werden.

Meier und sein Team bemühen sich, die Käufer mit den Künstlern vertraut zu machen. Es waren denn auch einige Kunstschaffende an der gestrigen Vernissage dabei. «Ray Pierotti ist beispielsweise gar aus Atlanta USA angereist», freute sich Meier. Die ausländischen Künstler hätten generell weniger Berührungsängste mit dem Kunst-Supermarkt als die schweizerischen, erzählt er. Ruth Gassmann aus Oberglatt ist eine derwenigen, die gegenständlich malt. «Ich habe auch im letzten Jahr mitgemacht», erzählt sie. «Es war gut. Schade ist nur, dass ich die Käufer nicht kennen lernen konnte.»