12. Schweizer Kunst-Supermarkt in Solothurn,
vom 10. November 2010 bis 6. Januar 2012

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 14–20 Uhr / Samstag, Sonntag, Feiertage: 11–17 Uhr
25. Dezember und 1. Januar geschlossen

Eröffnung und Vernissage: 10. November, 18 Uhr

Solothurner Tagblatt vom 10. November 2004

Kunst-Supermarkt
5. «McKunst» ist eröffnet


In allen Himmelsrichtungen pilgern am Donnerstagabend wieder Heerscharen von Kunstliebhabern in die Stadt Solothurn. Grund für den Auflauf: Der Kunst-Supermarkt öffnet zum fünften Mal seine Tore.

Aus Basel kamen sie, reisten aus dem Bernbiet an, nahmen aus der Innerschweiz den Weg unter die Räder, um am Donnerstagabend um 18 Uhr im Palais Besenval zu sein. Es konnten aber auch Solothurner ausfindig gemacht werden. Hanni Liechti ist eine regelmässige Besucherin. Sie liebt die Bilder der russischstämmigen Maria Makova. Erstmals wagt sich auch der Kunsthistoriker Martin Rohde, Präsident von visarte.solothurn, dem Berufsverband der bildenden Künstler, in die Höhle des Löwen. Auf der Suche nach Inspiration für seine kritische Würdigung von «McKunst» heute Freitagabend an der Vernissage der Ausstellung von Solothurner Kunsschaffenden im Künstlerhaus an der Schmiedegasse 11. Die kritischen Leserbriefe von ihm und Filmtagedirektor Ivo Kummer sind im Foyer ausgehängt. Ein Anschlag warnt: «Vorsicht, der Kunst-Supermarkt kann ihre Kultur gefärden.»
Solche Fragen beschäftigen die Besucher nicht. Wie Dagobert Duck in seinem Geldspeicher tauchen sie in die Bilderflut. Hemmungen, zu Dumpingpreisen eines der 6000 Kunstwerke zu erstehen, haben sie keine. Tenor der einen: «Ups, daran habe ich noch gar nicht gedacht.» Dabei appellieren sie an die Selbstverantwortung der Kunstschaffenden, welche ja mündig seien und wüssten, auf was sie sich einliessen. Andere bekennen: «Ich könnte es mir gar nicht leisten, in einer Galerie ein Bild zu kaufen.»
Die Künstler selbst sehen es auch gelassen. Was kann man schon verlieren? Zum Teil üben sie noch einen Brotberuf aus. Ulrike Krappen aus Darmstadt ist Vollzeitkünstlerin und stellt auch regelmässig in den Supermärkten in Berlin und Darmstadt aus. Dabei findet sie für sich und ihre beiden Kinder ein reelles Auskommen.

Hanspeter Flückiger