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Solothurner Tagblatt vom 9. Januar 2003
3. Kunst-Supermarkt
1800 Käufer im Musentempel
Am Samstag ist der Kunst-Supermarkt letztmals geöffnet. Dann ist Ladenschluss im Musenmarkt. Supermarktchef Peter-L. Meier wird zufrieden sein: Der Umsatz dürfte um 20 Prozent gewachsen sein.
Das habe ich nicht erwartet. Peter-Lukas Meier ist erstaunt. Sehr erstaunt sogar: Gerade angesichts der schlechten wirtschaftliche Lage, habe er nicht gedacht, dass sein 3. Schweizerischer Kunst-Supermarkt so gut läuft, sagt Meier, Supermarktchef und Leiter des Rothus-Verlags in Solothurn. Doch der Markt lief überaus gut, konnte Meier gestern vermelden: im Palais Besenval dürften die Kunstkäufer zwischen 1700 und 1800 Mal zugelangt haben - das wären 20 Prozent mehr Bilderkäufe als noch im Vorjahr. Der Umsatz dürfte sich in ähnlichem Mass erhöht haben, schätzt Meier. Und sagt, offenbar wollten sich die Leute auch in schwierigen Zeiten Kunst leisten.
Gewinn würde investiert
Ihn freuts. Unsere Rechnung wird sicher ausgeglichen sein. Sollte gar Meier kanns sichs vorstellen noch etwas an Einnahmen übrig sein, weiss er auch schon, was damit anfangen: Wir würden einen Gewinn wieder in den Kunst-Supermarkt investieren. Zu allererst in eine neue Lichtanlage: Peter Meier möchte die Werke Bilder und anderes in den vier Supermärktlichen Preisklassen von 99 bis 599 Franken künftig in besserem Licht präsentieren können. Der Wunsch nach Licht hat einen Hintergrund: Meier wird den 4. Kunst-Supermarkt, das bestätigte er gestern, sicher wieder in Solothurn durchführen allerdings kaum mehr im Palais Besenval, das bekanntlich in absehbar Zeit zum Seminarzentrum für das Seminarmeile-Projekt werden soll. Je nachdem, wo er den Supermarkt im nächsten Herbst eröffnet, wird er um die neuen Scheinwerfer froh sein.
Wir haben unsere Fühler ausgestreckt, so Meier. Eventuell könnte die Reithalle zum neuen Tempel der käuflichen Musen werden, oder die Aula des Gewerbeschulhauses. Oder ganz was anderes: Ich könnte mir den Kunst-Supermarkt auch in einer leeren Fabrikhalle vorstellen. Einzige Bedingung: Einigermassen zentral gelegen muss sie sein. Denn viele Besucher kommen per Zug, von auswärts.
Ein zweiter Supermarkt
Viele? Fast alle. 90 Prozent unserer Gäste kamen nicht aus der Region Solothurn, schätzt Peter Meier. Zum Beispiel aus der Romandie: Meiers Markt hatte grosse Auftritte in Radio, Fernsehen und Presse der Romandie das wirkte, so viele Leute aus der Westschweiz kamen noch nie. Und sonst? Aus der ganzen Schweiz, sagt Meier und erwähnt St. Galler, Winterthurer, Genfer und E-Mail-Anfragen aus allen Ecken des Landes. Das entspricht dem Konzept, das Peter Meier seit dem ersten Kunst-Supermarkt 2000 verfolgt: Ein nationaler Anlass sei es, das sagte er immer, kein regionaler. Diesmal haben wir unsere Werbung voll darauf ausgerichtet.
Und Peter Meier denkt weiter. Er will nicht nur medial im ganzem Land präsent sein er will auch vor Ort sein. Ich überlege mir, ob wir einen zweiten Standort in einer anderen Stadt eröffnen sollen. Erst eine Idee, betont er. Ergänzt aber auch umgehend, dass, falls er sich für die Romandie entscheide, er den Zweitstandort in Lausanne ansiedeln würde, andernfalls wohl irgendwo bei Zürich. Dieser Zweitmarkt fände gleichzeitig mit dem Solothurner Supermarkt statt.
Aber die Stadt Solothurn kann sich immerhin sicher sein, dass sie auch im nächsten Winterhalbjahr dank dem Publikumsmagnet Supermarktkunst Zulauf erleben wird. Hats die Stadt Peter Meier schon gedankt? Ich will mich nicht beschweren, aber könnte mir schon vorstellen, dass sie mich stärker unterstützt. Zum Beispiel bei der anstehenden Raumsuche. Solothurn Tourismus, fügt er noch an, stehe voll hinter ihm. Ausserdem habe er unterdessen gelernt, dass der Kunst-Supermarkt sein Kind ist. Früher suchte er noch Partner. Jetzt schlage ich mich selber durch. Und das erfolgreich.
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